Radtour durch Neuseeland

Ski&Biker on Tour 

Radtourenreise durch Neuseeland Süd- und Nordinsel

Vom 23.2.2016 geplant bis 25.3.2016

Blog erstellt von Werner Pongratz

Wie schon bei den Berichten der Vorjahre, wird dieser Blog während der Reise alle paar Tage  aktualisiert und erweitert. Zuhause wird dann noch der Feinschliff gemacht, Fehler ausgebessert und Lings der gefahrenen Strecken, soweit noch nicht vorhanden, Höhenprofile  und  hochauflösende Fotos eingefügt.

EINLEITUNG:

Es ist Februar, in einem Monat beginnt die heimische Radsaison und ein paar Trainingskilometer zum Eingewöhnen denke ich, können nicht schaden. Da doch einige Wochen nicht gefahren, bereitete ich mich auf der Rolle im  Wohnzimmer ein bisschen vor und strampelte mir vorm Fernseher einen ab. Man kann zwar gut schwitzen, ist aber langweilig.

Das launische Winterwetter der letzten Saison nervt. Kaum war es mal 8 Tage richtig kalt, überziehen Westlagen mit Reihentiefs und deutlichen Plusgraden Europa und schmelzen den spärlichen Schnee, kaum gefallen, gleich wieder weg.

Also die besten Voraussetzungen wieder mal eine Reise zu unternehmen und die Welt kennenzulernen. Bezüglich Wahl des Reisezieles  wird es zunehmend schwieriger auf dieser Erdkugel sichere Domizile zu finden. Vor Jahren waren wir noch bei Radtouren in Marokko, Kosovo, Türkei unterwegs. Heute möcht ich dort nicht mehr machen, da mir das Risiko als Radreisender einfach zu hoch wär.

VORBEREITUNGEN

Eigentlich ist für mich das Aufpacken des Rades und Planen der Reise schon eine Art Vorurlaub.

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Bereits seit Wochen beobachte ich das Wetter da unten, schau mir Webcams an, auf Google Earth interessieren mich Fotos von  Gelände und Straßen. Mein Steppenwolf Tourenrad steht schon zwei Wochen  geputzt in der Diele und Tag für Tag füllten sich die Satteltaschen. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, spielt man alle Szenarien durch um doch alles Notwendige bei möglichst geringen Gewicht dabei zu haben. In den Sattel- und Lenkertasche verteilt sind Schlechtwettergepäck, Normal- und Radkleidung, Technik,(Netzteile, Akkus, Lampe, Kabel)  Werkzeug und Sanitasche. Vorne am Lenker Wertsachen und Fotoausrüstung. Wie bei jedem Fahrzeug ist auch hier die Gewichtsverteilung  wichtig und der Unterschied zwischen einem 7 Kg Rennrad (PKW) und einem Tourenrad, dass komplett bepackt doch 35 Kg wiegt (Sattelschlepper), ist  enorm. Vor allem immer die ersten Kilometer sehr gewöhnungsbedürftig.  Aber eben wie vieles im Leben reine Kopfsache.

Bezüglich Streckenvorbereitung gibt es ja heutzutage im Internet Portale und entsprechende Programme, die geplanten Routen virtuell schon auf dem PC zu planen, auf`s Radnavi zu laden und ohne viel Verfahrer kann man loslegen. Auf den kleinen elektronischen Otto, am Lenker ist Verlass, er zeigt wo`s langgeht. Durch ihm weiß ich, auch wenn die Gegend unbekannt ist, wie hoch der nächste Berg ist, wie weit die nächste Unterkunft  entfernt ist, oder er macht auch mal spontan bei Änderung der Route Streckenvorschläge. Doch Wind, Wetter und Tagesform spürt man letztlich doch erst auf der Straße. Eben Live. Vorbei die Zeiten, wo man noch mit einer  Kartenhalterung und Papierkarte  auf dem Lenker fährt. Trotzdem ist so manches noch ausbaufähig. Man müsste eine „ Bier on the Road App“  entwickeln.

Bei meinen bisherigen Radtouren im Ausland nahm ich immer mein eigenes Rad mit, dessen Transport bei den  Airlines aufgrund der standardisierten Gepäcksverordnungen kaum mehr was kostet. So sind 30 Kg Sportgepäck, sowie 7 Kg Handgepäck frei, und mit dem kann man auskommen. Bei Frauen ist dies sicherlich problematischer, da das Beauty Case und Schuhe da meist schon 30 Kg haben, wogegen mein Kamm, Seife, Zahnbürste und Nassrasierer gesamt 200 Gramm wiegen.

FLUG

Geographische Lage von Neuseeland mal anders beschrieben. Man setzt  mit einem langen Bohrer  am Deggendorfer Stadtplatz an, bohre durch den Erdmittelpunkt und am anderen Ende kommt man in Neuseeland am Flugplatz bei Christchurch wieder raus.

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Die Flugroute des gebuchten Gabelfluges (Landung auf der Südinsel in Christchurch- und Abflug von Auckland auf der Nordinsel) geht über Dubai, Bangkok, Sydney, Christchurch, bei einer Nettoflugzeit von ungefähr 24h.  Gesamt mit Umsteigen in Dubai und technischen Zwischenstopps werden es dann doch über 33h mit 12h Zeitversatz und zurückgelegten 18500 Km. Dabei braucht man nicht einmal die Uhr umstellen. Überlegen wird man Anfangs sicherlich oft müssen, ob die zuhause gebliebenen nun in`s Bett gehen oder aufstehen. Bin gespannt wie viele Tage mich der Jetlag beansprucht, nicht dass man auf dem Rad unkonzentriert ist und plötzlich auf der rechten Seite fährt (Linksverkehr).

Geplante RADROUTE

Sie führt, ausgehend vom Landeort Christchurch  zuerst Richtung Süden an der Ostseite der Insel. Je nach Wetter und Vorankommen steht es mir bei Timaru offen, entweder die lange Strecke weiter Richtung Süden nach Dunedin, dort wäre eine große Schokoladenfabrik mit Besichtigung und „All you can eat“  vielleicht nach Invercargill zu fahren, um dann weiter zwischen  Lake Wanaka und Hawea das Gebirge zu queren um auf der Westküste Richtung Westland Nationalpark das Gebiet des  Fox- und Franz Josef Gletschers kennenzulernen. Danach geht es weiter Richtung Norden zur Fähre nach Picton, um auf die Nordinsel zu wechseln.

Bezüglich Umfang und Länge der Radetappen lass ich`s einfach auf mich zukommen. Gebe zu, die große Variante der Südinsel wird wohl nicht in der Zeit zu schaffen sein, denn Wetter, Wind und  Tagesform haben schon so manche Planung über den Haufen geworfen.  Es gilt einfach aus den Tag das Beste zu machen und wenn`s wettermäßig ganz schlecht ist, kann man ja auch mal ausnahmsweise  Zug oder Bus nehmen. Die weiteren 14 Tage gehören der Nordinsel, aber dazu später. Beide Inseln erstrecken sich von Nord bis Süd auf über 1600 Km, wobei das Gelände sehr hügelig ist. Wahrscheinlich wird es auf der Südinsel um diese Jahreszeit  schon etwas herbstlicher zugehen, wo es bei Pässen bis 1000m schon mal kalt werden kann. Auch ist dann mit häufigeren Niederschlag zu rechnen.