9.3. 14. Radtag Wellington – Palmerstown

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So, nun am Abend geschrieben, der Tag , wie er verlaufen ist. Mein Navi, dieser kleine elektronische Otto, welches ich schon oft in den Himmel gelobt hab, reizt mich bis auf`s  Blut. Jedesmal zig Bootvorgänge bis es seinen Dienst aufnimmt und nun empfängt es auch kein GPS Signal mehr. Ich bin also ohne Orientierung, denn Karten brauch ich ja schon seit langem nicht mehr.  Verärgert bin ich einfach losgeradelt und hab mich über Heremaps am Handy orientiert. Not macht Erfinderisch! So ging es über Njaurariga, westlich von Wellington,  in einem kernigen Anstieg auf einem Radstreifen neben der Autobahn ordentlich den Berg hinauf. Die Straße führte dann parallel zur Autobahn durch Vororte wie Johnsonville, Grenada, bei Temperaturen wo man den Pullover brauchte. Ständig einsetzender Nieselregen, nasse Straßen, verdorben mir neben meinen elektronischen Problemen zudem die Laune, bis irgendwann plötzlich das Navi wieder meine Position anzeigte und wieder funktionierte. Als  dann auch noch die Sonne kurzzeitig herauskam und auch der Wind sich in Grenzen hielt, verbesserte sich meine Stimmung entsprechend und, da gestern ja auch ein Ruhetag war, nahm ich es mit einem Rennradler einige Kilometer auf.  Ich dachte ¨ Kinnskopf¨ muss das sein!  Egal, die Sonne schien zunehmend und die Befürchtung, das Regenzeugs erstmals verwenden zu müssen, erwieß sich als nicht notwendig. Die gesamte Wettervorhersage von Gestern schien einfach nicht zu stimmen. Bei Poirua erreichte ich wieder den Ozean und die Gegend war dicht besiedelt, alle paar Kilometer ein Ort und nicht mehr so wie auf der Südinsel, wo man über 50 Km nur Regenwald um sich hat. Dass heißt also, meine Satteltaschen sind nicht mehr so schwer, denn die 2 Kg Getränke und Essen müssen nicht mehr mitgeschleppt werden, da man sich hier überall was kaufen kann. Am Ende des Vormittags hatt ich gut 60 Km drauf und noch 90 lagen vor mir. Die Strecke entlang der Kaoiti Coastal Cycle Route heute war nicht besonders interessant. Sie erinnerte mich, da teilweise sehr viel Verkehr war, an den zweiten Radtag von Christchurch nach Timaru, wo ebenfalls sehr viele Laster unterwegs waren und landschaftlich nichts heraushob. Aber um eben zu den schönen Plätzen zu kommen, müssen auch diese Abschnitte gefahren werden. Erwähnenswert noch ein Erlebnis in Shannon, wo eine ältere Dame mich mit dem Auto mit offenen Fenster, ständig etwas zurufend, verfolgte. Genervt blieb ich stehen und wollte ihr Anliegen erfragen. Sie hielt mich für den Postman und wollte unbedingt noch einen Brief los werden. Gelbe Satteltaschen und das schon erwähnte Ski & Bike Triko lassen mich nun mal so aussehen. Das Missverständniss war schnell geklärt, fand es jedoch trotzdem amysant. In Palmerson angekommen war es 5:30pm  und ein gebuchtes Backpackers Namens ¨Grandma`s Place¨ war soweit in Ordnung. Schlimm ist immer die Zeitnot am Abend. Die Sonne geht unter, man muss für das morgige Frühstück einkaufen, Hunger hat man auch noch, Blog gehört geschrieben, Tagesplanung, Wetterinfo und Wind für Morgen und der Track gehört auch noch erstellt. Hab mir vorgenommen, immer gegen Mitternacht in`s Bett zu kommen. Morgen geht es in`s Zentrum der Nordinsel, dem Lake Taupo zu. Das Wetter schein sich zu stabilisieren

8.3. 13. Tag Picton – Überfahrt mit Fähre nach Wellington, Nordinsel

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Man glaubt es kaum, sind da am Himmel tatsächlich dunkle Wolken! Aber angenehm mild und das Treiben um die angedockte Fähre ist bemerkenswert. Dieses Ding verschluckt im Kellergeschoß ganze Züge. Im Erdgeschoß  LKW`s und weiter oben Autos und Touristen. Pünktlich um 10:45 legt sie ab und wir schlängeln uns durch die Gewässer des Marlborough Sounds, bis es über Arpawa Island in die offene See hinausgeht und schon von weitem die Shiluette der Nordinsel erkennbar wird, dessen Berge immer markanter werden. Nach gut zwei Stunden ist die Nordinsel erreicht und  es geht auf Wellington zu. Leider sind da auch  graue Wolken und es fängt bei peitschendem Nordwind an zu regnen. Hab beschlossen, da auch der Wind gegen meine weiter geplante Route  pfeifft, nach dem einbuchen im Waterloo Backpackers noch die Stadt zu Fuß zu besichtigen und heute, mit der Hoffnung auf besseres Wetter morgen, erst meinen nächsten Radtag zu machen. Interessant mal so eine größere Stadt zu inspizieren, deren Erscheinungsbild dem von London, wenn auch kleiner, ziemlich gleicht. Die Kolonialherren haben eben ganze Arbeit geleistet. Es blieb soweit trocken, jedoch der Wind zischte durch die Straßen und es wurde empflindlich kühl. Frontenwetter! Nach Meteoinfo bin ich mir nicht so sicher, ob es Sinn macht, morgen gen Norden, nach Palmerston aufzubrechen, da er 40er Nordwind ankündigte und wird dieser Ort kaum zu schaffen sein. Sollte alles dagegen stehen, so ergäbe sich die Variante mit dem Zug weiterzufahren um dann westlich nach New Plymouth den südlich gelegenen Egmont Nationalpark zu radeln. Morgen weiß ich mehr. Leider war ich für den Besuch des National Museums zu spät dran, denn dies soll sehr sehenswert sein. Auch berichteten mir auf der Fähre viele Touris von ihren Erlebnissen auf der Südinsel und man muss wohl nochmal runterfliegen, um alles Versaeumte noch nachzuholen.  Vielleicht klappt`s nochmal.

7.3. 12. Radtag, Nelson – Picton

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Link zu Strecke des Tages: 115 Km 1830 Hm

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Nach den üblichen täglichen Abläufen, auf die ich nicht mehr näher eingehen möchte, rollte das Rad bereits um 9:00 Uhr und es ging zuerst entlang der Küste, auswärts von Nelson wieder in die Berge und das Navi kündigte schon eine 400Hm Knaller an, worauf nochmal ein 200er folgen sollte.

Aufgrund der großen Hitze ist es empfehlenswert, diese Stiche wenn moeglich am Vormittag hinter sich zu bringen, deshalb auch der  frühe Antritt. Nervig heute der LKW Verkehr und die Jungs fahren ja nicht gerade zaghaft. Bei den Brücken waren immer Engstellen und es war schwierig, wenn von hinten im Spiegel ein Brummer angrollt kam. Wenn nun diese Verkehrsfrequenz zu hoch wird. Dann macht es eben keinen Spass mehr und wird stressig. Durch den groben Teer sind die Rollgeräusche auch sehr laut und das geht auf`s Gemüt. Gut dass es oben am Berg nicht mehr so heiß ist wie in Nelson und  eine kühlende Abfahrt tut ja auch gut. Am Pelorus River wurde der Wind stärker und so wie er mir gestern half, so ist er heute mein Gegner. Nervig diese Böen, trotz enormen Krafteinsatz 12- 15 Km/h. Die Büsche biegen sich und es ist kein schönes Radfahren. Doch jetzt, nach etwa 70 Km kommt ein neuer Routenabschnitt.  Der normale Weg von Nelson nach Picton wäre etwa 140 Km gewesen. Die Tourirute nur 108 Km und keine LKW`s. Etwa alle 5 Km begenget einem ein Gleichgesinnter, meist Deutscher. Die Stecke ist wieder sehr kupiert und dieser entsetzliche, böige  Gegenwind. Aber man muss es positiv sehen, zumindest schützte eine dünne Wolkendecke vor der Sonneneinstrahlung. Kaum war der Fotoapparat verräumt, kam schon wieder ein toller Ausblick und ich digitalisierte  viele unvergessliche Momente auf die Speicherkarte.

Unterm Strich gesehen, verlängerte dieser Gegenwind die Tour heute um über 1,5 Stunden und war nicht so wie gedacht, eine Leichte. Aber das sind eben die Unwägbarkeiten bei solch einer Radtour. Man muss es nehmen wie es kommt.  Sehr zu meiner Freude stand plötzlich nach einer Serpentine der Ort Picton und dessen  Hafenanlage. Geschafft! Das Jugglers Rest Backpackers war auch schnell gefunden, Bathrooms, Kitchen, Sleepingrooms gezeigt, noch schnell eine Hafen- und Einkaufstour ohne die schweren Satteltaschen und das war`s mit der Südinsel. Morgen früh geht es um 10:45 nach Wellington und dann schauma mal,  was es auf der Nordinsel so zu sehen gibt. Die Hälfte des Urlaubs ist vorbei und meist vergehen die Tage dann immer schneller. Noch`n paar Bemerkungen zu den Backpackers Unterkünften. War ich doch die erste Zeit etwas reserviert gegenüber diesen Unterkünften, so fühle ich mich jetzt ziemlich wohl darin. Es ist eine legere Gesellschaft von Reisenden aus allen Bevölkerungsschichten, die halt ein Bett, Dusche, Internet benötigen und sich etwas zubereiten wollen. Meist sind es junge Leute, die entweder mit dem Leihauto unterwegs sind, auch hab ich viele Tourenradfahrer getroffen, heut ein junger Zimmerer aus Tirol, der hier jobbt, gestern ein studierender Sportingieneur, ein Pizzabäcker, der seine Künste mit dem Teig in der Luft wie ein Tellerdreher vor staunenden Publikum vorführt. Es wird, wenn auch alleine unterwegs, nicht langweilig.  Das Land sucht Arbeitskräfte und der Mindestlohn hier ist 14,75 NZDollar. Immer interessant solche Bekanntschaften zu machen und man bekommt auch gute Informationen.

6.3. 11. Radtag, Murchison – Nelson

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Link zu Strecke des Tages: 125 Km  1750 Hm

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Es hat mit der Übernachtung wieder alles gepasst, bereits um 9:00 Uhr war ich auf der Straße, alles bereits routinemäßig aufgerüstet und wieder Traumradelwetter. Angenehme 18 Grad, leichter Rückenwind und es ging wieder an`s Höhenmetersammeln entlang des Bullet Rivers. So schön die Gegend auch sein mag, so einförmig wirkte sie.  Nach etwa 50 Km kam die erste knackige Anhöhe, der Hope Saddle,  etwa 300 Hm mit Rückenwindunterstützung. Dann wieder eine lange Talfahrt, wo bis Kohatu fast ohne Kraftanstrengung das Rad dahinrollte.  Es stand eine weitere Steigung an und der Wind frischte noch kräftiger  auf. Gottseidank wieder von hinten, böenartig und launisch, diesmal  mit 80 -100 Km. Nun brauchte man bergauf nicht mehr treten und ganz ohne Kraftanstrengung ging„s wie im Fahrstuhl hoch. Ein schönes Gefühl  wie ich es  in der Intensität noch nie erlebt habe.

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Die Straße war förmlich in den Berg gefräßt und es entstand wohl in dieser Rinne eine Düsenwirkung.  Tolles Erlebins! Die Landschaft änderte sich nun, es wurde baumloser und, da ich mich nun bereits deutlich weiter  nördlich befand, wurde es auch deutlich  heißer. Probleme hatte ich mit meinem Ski&Bike Radtriko, genauer gesagt mit dessen Gelb grüner Farbe. Irgend eine fette, tiefbrummende Hummelart verwechselte mich wohl mit einer Riesenblüte und bei Anstiegen oder Pausen wollten die Kerle ständig an mich andocken und mich befruchten oder bestäuben.

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Irgenwie unangenehm, es könnte ja auch mal eine stechen. Aber gut, das Steigungsprofil war mir heute deutlich angenehmer, lieber geht`s kräftig bergauf, als immer kurze Steigungen und dann die erstrampelten Höhenmeter wieder zum zigten male verbraten. 20 Km vor Nelson wurde der Wind so stark, dass es schier bei der Brotzeit das Rad umbließ und große Staubwirbel entstanden. Die Sonne knallte vom Himmel und und der Schweiß tropfte aus meinem Helm. Gut dass in Nelson bei entsprechenden Verkehrsaufkommen ein eigener Radweg angelegt war und dort angekommen war ein Traumstrand bei Ebbe mit vielen Menschen zu sehen.

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Das gebuchte Bagpackers war drei Etagen hoch am Berg, wo das Fahrrad inclusive Satteltaschen hochgeschleppt werden musste. Der Rest ist zwischenzeitlich Routine.

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Im 8 Mann Zimmer, bei vorwiegend deutschen Studenten oder Abiturienten wurden Informationen ausgetauscht und wieder für den nächsten Tag im Supermarkt eingekauft. Abends war noch Stress, bis die Fähre nach Wellington, sowie das Bagpackers in Picton gebucht war.  Morgen liegt der letzte Tag auf der Südinsel bevor und aufgrund der Nachmittagshitze macht es Sinn frühzeitig loszutreten. Es war wieder ein erlebnisreicher Radtag.

5.3. 10. Radtag, Westport – Murchinson

5.3. 10. Radtag, Westport – Murchinson

100 Km 1800 Hm

Link zur Strecke des Tages:

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Link zu Fotos des Tages:

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Das Backpackers war vom Feinsten und ich war die Nacht sogar allein auf dem Zimmer. Es schien ein schöner Tag zu werden, eitel Sonnenschein, angenehme 18 Grad und gut geschlafen. Er begann zuerst mit dem Einkauf im Supermarkt, wo die Satteltaschen gefüllt- und anschließend dann  die Strecke angegangen wurde. Leider fuxte mich das Navi, welches immer erst nach wiederholtem Einschalten seinen Dienst tun  wollte. Der Wind kam leicht von vorne, war aber vertretbar. Zuerst ging es ständig leicht aufwärts den Bullet River entlang und die Strecke war entgegen gestern weniger  attraktiv.  Zwar ist man hier stets umringt von einer ¨Überdosis Natur¨, aber der gestrige Abschnitt entlang der Küste lässt sich nun mal nicht leicht toppen. Der Bulletriver wird von mehreren Nebenflüssen, wie dem Ohititi und dem Blackwater River  gespeist und führt zurzeit relativ wenig Wasser. Gegen Mittag, nach 60 gefahrenen Kilometern summierten sich bereits 1000 Hm additiv, obwohl die tatsächliche Höhe nur 200m über den Ausgangspunkt in Meeresspiegelhöhe war.  Aber diese Hügel und das ständiger berauf-bergab  ist ja zwischenzeitlich Normalität. Nach der Mittagspause kamen dann doch noch einige beherzte Anstiege und das Tagesziel Murchison war gegen 15:00 Uhr bereits erreicht.  Bei einer Rast machte ich Bekanntschaft mit dem Sandflys, die meine Beine in  kürzester Zeit dermaßen hergenagelt hatten, dass man gerne das Weite suchte. Hatte mir heut vorgenommen, nicht so viele Km zu radeln und ein bisschen früher in das gestern gebuchte Backpackers einzukehren. Eigentlich schade, da zwischenzeitlich ein kräftiger Rückenwind mir das Weiterfahren leicht gemacht hätte. So geht ein relativ unspecktulärer Tag zu Ende und morgen, oder spätestens übermorgen, nach zwischenzeitlich knapp 1000 Km und mehr als 10000 Hm denke ich Pickton oder Nelson, also die Nordküste der Insel zu erreichen. Dann wäre der erste Teil des Radtrips, Neuseeland Süd beendet.

4.3. 9. Radtag Hokatika – Westport

Link zu Bilder des Tages:

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Link zur Strecke  des Tages: 141 Km, 1630 Hm

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Hatte ja großes Glück, gesntern noch bei so einer netten Familie ein Zimmer bekommen zu haben. Beim Frühstück befand ich mich mittendrin. Die Kinder mussten zur Schule und auch die Schwiegermutter war schon fleißig beim Kuchenbacken. Mit meinem schlechten Englisch quälte ich mich durch viele Themen und man möchte kaum glauben, wie hier doch die Menschen doch auch von  unserem Migrantenproblem in Deutschland anteil nehmen und wie bekannt doch unsere Mutti Merkel am anderen Ende der Welt ist.  War eine nette Bekanntschaft und doch ging es nach Einkauf im Supermarkt wieder „on Tour“. Die Satteltaschen wurden durch Getränke wieder entsprechend schwerer aber lieber etwa mehr Gewicht, als auf der Strecke verhungert oder verdurstet. Eitel Sonnenscheìn und wohl ein besonderes Glück für mich, in dieser regenträchtigen Gegend eine so gute Wetterphase erwischt zu haben. Vorsorgehalber hab ich gleich am Morgen für den nächsten Zielort Westport noch in Hokihita ein Backpackers gebucht, um nicht wieder das Risiko kein Zimmer zu finden einzugehen. Der Wind scheint mir gut gesonnen und  eine leichte Brise von hinten unterstützte meine Fahrt auf dem zuerst relativ ebenen Teil.

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Schon interessant, wie sich doch der Körper auf die Belastung einstellt. Obwohl teilweise über 10 Stunden auf dem Rad haben sich Knie, Sitzfleisch, Arme, angepasst und selbst die sehr intensive Sonneneinstrahlung meistert meine 50er Creme bisher tadellos. Lediglich mein linker Handballen ist pelzig, aber das ist vertretbar. Durch den intensiven Stoffwechsel hallt es  ständig aus der Magengrube und meine Essensvorräte in der Satteltasche schwinden bis zum Abend regelmäßig weg. Heut ist mir sogar das Wasser ausgegangen und musste am Straßenrand von einem freundlichen Kiwi, der seinen Garten pflegte, nachfüllen lassen. Aber nun zur Gegend. Die Entscheidung, nicht schon in Greymouth die Küste zu verlassen und bis Westport weiter zu radeln erwieß sich als richtig. Über dutzende Kilometer traumhafte, endlos weite, naturbelassene, schöne und unberührte Küstenstreifen, wie ich sie in meinem Leben noch nicht gesehen habe.

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Der Fotoapparat war ständig im Einsatz und es war ein unvergessliches Erlebnis, dieses schönen Bereich der Welt so zu erleben. Wenn da nicht immer diese Anstiege gewesen wären. Die Strecke führte teilweise bis zu 200 Hm hoch, um dann wieder auf Meeresniveau zu kommen.  Heiß war es zudem und die Höhenmeter summierten sich und ließen die Strecke lang erscheinen. Vor allem kam dann etwa 40 Km vor Westport noch einige gemeine Anstiege, es wurde sehr kupiert und ich sehnte mich bald den  Zielort zu erreichen. Aber was soll`s, der Schmerz vergeht, die Erinnerung bleibt. Wie schon gestern war mein erster Akt in Westport Essen zu fassen und für die „Bürostunden“ am Abend vor dem Pad, sich noch um zwei Bierchen zu kümmern.  Das Backpackers war wieder ein Volltreffer. Aber diesmal im positiven Sinn. Gutes Internet, tolle Anlage, viele nette Menschen und ein Chef an der Reception, der meinte die vielen Hills prägen den Charakter, womit er absolut recht hat.

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War ein toller Tag.

3.3. 8. Radtag, Fox Glacier – Hokitika

Link Tagesfotos:

https://www.dropbox.com/sh/4mc1gu9do4dy3wv/AACUlqysGMqCeHRf3cQpacgHa?dl=0

160Km 1530 Hm

Link Tagestour GPSies - 3.3. 10. Radtag Hokitika - Westport

Ein ereignisreicher Tag ist vorüber, sitz vorm PC und schreib in den Blog.  Der Morgen begann mit einem Schock im Supermarkt. Wollte Frühstück kaufen um mir in der Backackers Küche was herzurichten. 150 Gramm Käse, Milch, 3 Äpfel, Orangensaft und vier kleine Würstchen für 27 NZ Dollar. Im Schnitt ist hier alles doppelt so teuer wie bei uns. Aber was solls, man braucht was zum Essen. Jetzt ist mir auch bewusst geworden, warum die Zollbehörden keine Einfuhr von Lebensmitteln erlauben. Eben gewöhnungsbedürftig. Zumindest hatte ich wieder Wegzehrung im Gepäck und vor mir standen vom Ausgangspunkt Foxglacier bis zum geplanten Tagesziel 160 Km und drei knackige Pässe bevor. Ständig rauschten Hubschrauber über den Ort, welcher als Ausgangspunkt für Bergsteiger, Wanderer, Raftingtouren… gilt.  Es ist ja auch eine atemberaubende Naturlandschaft, die hier ordentlich vermarktet wird.  Als meine Satteltaschen wieder am Rad hingen, Zimmer gecheckt, war es bereits nach 9:00 Uhr, zuhause ist es Nacht und ich begann meine Tour. Angenehm frisch war es, aber die Steigung brachte mich schnell zum schwitzen und nach einer knappen Stunde war der erste Sattel von 400 Hm Geschichte und es ging wieder bergab zum nächsten Gletscherfluß. Das ganze Spiel wiederholte sich bis endlich die Ortschaft Franz Josefs Glacier kam. Ebenso wie der Fox Glacier ein Ausgangspunkt für Touren aller Art. Der Ort besteht eigentlich nur aus Tankstelle, Supermärkte, Hotels, Motels, Badpackers und Helikopterlandeplätze.

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Wenn da mal die Touristen ausbleiben, dann steht alles. Ich konnt mir`s nicht  verkneifen, auch so einen Helikopterrundflug zu buchen. Es ging alles relativ flott.

Kaum die Visakarte gezückt war ich eine halbe Stunde später im Hubschrauber und erlebte die NZ Alpen mal von oben. Mit Steigwerten von 8m/s verschlug es mir die Ohren und wir landeten nach einer guten halben Stunde auf einer Fläche, mitten im Gebiet des Franz Josef Gletschers. Wenn man schon mal da ist und das Wetterglück einem beschert ist, dann muss man das auch erlebt haben. Das ganze äußerst imposante Spektakel war nach 50min gegen 2pm vorbei und die Batterie meines Fotoapparates war bei der Landung leer. Doch nun  hieß es, noch einige Tageskilometer zu sammeln. Hier nur einige Fotos des Fluges. Interessant sind hierbei die unter dem Link eingpflegten Hochauflösenden, die in voller Qualität runterladbar sind.

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Auf den Straßen dieser landschaftlich attraktiven Westküste sind eigentlich auch nur Wohnmobile und meist Touris mit Leihwägen unterwegs. Schon imposant, alle paar Kilometer nisten sich breite, großzügigie  Gletscherausläufe in die Landschaft  und unterbrechen die saftigen Weiden, wo Schafe Rinder zu tausenden weiden. Mir kam der Gedanke, dass zuhause absolut noch kein Radwetter sei und genoss erst recht die Situation. Es war, abgesehen von den Lebenshaltungskosten, die richtige Entscheidung dieses Land zu besuchen.  Hügelig ging`s weiter und nach vielen Stunden im Sattel, vielen Höhenmetern war gegen Abend eigentlich geplant, bei Ross ein Quartier zu suchen. Doch die Bürgersteige schienen hochgeklappt zu sein. Ein Motel schaute aus, als sei es schon seit Jahren geschlossen, und in einer Bierkneipe bot die Besitzerin Schlafkabinen an. Nach meiner Erfahrung vor ein paar Tagen in Temuka machte ich einen Kontrollblick. Es war dermaßen unhygienisch, weiters berichtete ein japanischer Tourenfahrer, in den Zimmern sind eine Menge Sandflys, die stechenden Biester. Hatte mir zwar eine Creme gekauft, aber mich dann entschlossen, die 25 Km nach Hokitika zu fahren. Da es bereits dunkel wurde, gab ich entsprechend Gas und kam mit gegen 8:30 Uhr an. Ganz schön anstrengend dieser Tag. Aber war stolz auf die  160 Km. Da die Buchung der Zimmer der letzten Tage über die Tourist Info  in Wanaka relativ reibungslos verlief, war meine Vermutung, es könne hier an diesem abgelegenen Ort kein Problem sein selbst eins zu finden. Doch weit gefehlt. Alles ausgebucht und Glück im Unglück. Auf der Straße traf ich wieder einen deutschen Studenten, der meinte, er könne ja mal in seinem Haus nachfragen, bin mit ihm hin und es hat prompt geklappt. Ein schönes Zimmer, wenn auch nicht so billig, aber besser als auf der Straße zu schlafen. Hab mir schon überlegt ein Zelt zu kaufen. Was morgen kommt weiß ich noch nicht.  Denke langsam dran, mal einen Ruhetag einzlegen. Schauma mal wie`s geht.

2.3. 7. Radtag, Haast – Fox Glacier

Link zu Fotos des Tages:

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Link zu Strecke des Tages: 123 Km 1500 Hm

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Der Tag begann bei strahlblauen Himmel in diesem beschaulichen Nest, wo man wirklich meinen könnte, man wäre am Ende der Welt. Mein Zimmernachbar, ein rüstiger Engländer, denke er war an die 80 Jahre,  rüstete schon wieder auf für die nächste Wandertour und beklagte die vielen Stiche der Sandflys, einer Mückenart, die hier wirklich zur Plage geworden ist. Deren Stiche schmerzen sehr und jucken lange. Hab mir gleich ein Mittel gekauft, da gestern an Straßen, wo stehende Gewässer sind, schon Schwärme aufgetreten sind und ich fluchtartig mit dem Rad das Weite suchte. Frühstück in der Bagpackersküche zu bereiten, vorher im Laden einkaufen, Satteltaschen aufrüsten, alles dauert immer eine gute Stunde und so ging`s kurz nach 9:00 Uhr los auf den neuen Tagestrip. Ein Schild an der Straße. ¨Nächste Tankstelle in 120 Km¨ So schön die Landschaft auch ist an der Pazifikküste, wo die Straße zwischen Strandbereichen und kurvigen, knackigen Steigungen teilweise in den Regenwald führt, so einsam ist es auch hier.

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Nur Wohnmobile und Busse die einem begegnen.  Im letzten Drittel der Strecke fielen mir bei wieder eintretenden Gegenwind und doch knapp 30 Grad die Steigungen ganz schön schwer vor. Richtig durchgeschwitzt oben angekommen, musste man bei der nächsten Abfahrt die mühsam erklommenen Höhenmeter wieder verbraten und das ganze Spiel wiederholte sich. Zermürbend! Aber, ist eben Neuseeland. Wurde ja auch schon gewarnt. Der Tag verlief, da keine Abwechslung auf der Straße, einförmig und ich war froh so gegen 16:30 Fox Glacier erreicht zu haben, ein Touristenausgangspunkt für Wanderer, Skifahrer, Heliflüge… Meine Trinkvorräte reichten aus. Das bereits gebuchte Bagpackers war schnell gefunden und zur Feier des Tages gönnte ich mir für 6 Dollar eine Komplettwäsche all meiner durchgeschwitzten Sachen.

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War ein anstrengender Tag, der morgen früh gleich mit den Anstiegen und Serpentinen vorbei vom Franz Josefsgletscher beginnt. Das Wetter hielt sich bisher an dieser regenträchtigen Südwestroute, wenn sich auch am Nachmittag Staubewölkung an der Bergkette bildete, diese sich jedoch nicht ausregnete.

1.3. 6. Radtag Wanaka – Haast

GPSies - 1. März 2016 Wanaka - Haast 144Km 2000 Hm  Link der Tagesstrecke

156 Km 1100 Hm

Link zu den Tagesbildern

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Als ich aufwachte traute ich meinen Augen nicht. Alle vier Betten waren belegt und eine Menge Gepäck stand auf den spärlichen Quadratmetern vor mir. Es war 8:00 Uhr und Zeit den Tag vorzubereiten. Leise, da die andern noch schliefen,  wurde das ganze Zeugs eingepackt und mit was noch von gestern im Rucksack war  ordentlich gefrühstückt. Eine Tasse Kaffee bekam ich geschenkt. In eiskalter Luft ging`s runter zum Touristinfo und hurra, es war noch ein Platz im Backpackers in Haast frei. Gleich gebucht und als Draufgabe auch noch die übernächste Nacht am Foxgletscher, da die Dame nun schon mal am PC war. Ist einfach ein schönes Gefühl, ein sicheres Domizil zu wissen. Es ging wieder zurück und kaum man sich umschaut war es 10:00 Uhr. Es war echt stress, da meine Zimmerkumpanen, vier Israelis, auch ihre Rucksäcke ausgepackt hatten und es war das reinste Chaos im Zimmer. Hab schon Probleme mit meinen eigenen Sachen zurechtzukommen und dann auch noch dies. Bis auf mein Ladegerät war alles auf dem Rad, doch dies brachte mir noch einer kurz vor der Abfahrt. Glück gehabt! Endlich auf dem Rad. Die Gegend um mich war herrlich. Wenn es auch eiskalt war, so war die Luft im strahlblauen Himmel klar.

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Mein Navi führte mich entlang des Lake Hawea, wo bereits so gegen Mittag sich über 600 Hm angesammelt hatten. Lauter kleine Stiche, die mit den Satteltaschen ganz schön in die Beine gingen. Im Großmarkt deckte ich mich mit Essen und Getränke  ein, die natürlich auf`s Gewicht schlugen, denn es  war ungewiss, ob auf der Strecke eine Versorgung da ist. Die Westküste bei Haast ist sehr dünn besiedelt.

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Es war der Makaora Pass zu fahren, der jedoch nur 600m hoch war und kein Problem darstellte. Bergab Richtung Meer war er richtig steil und landschaftlich ein Traum. Zig Wasserfälle stürzten laut donnernd aus großen Höhen aus den steilen Urwaldhängen.  Was  die Schönheit der Landschaft anbelangt, so kann man sie kaum in Worte fassen.  Von baumkarger Umgebung wurde es nun tropisch, die Luft wurde feuchter und irgendwann war ich im Regenwald.

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Zwischen den Bergen ragten weiß schneebedeckte Bergriesen hervor und Verkehr sowie Wind hielten sich in Grenzen. Lediglich bei den letzten 30Km vor vor Haast pfiff der Wind von vorne, aber das war überschaubar. Haast ist ein kleines Kaff am Ende der Welt mit einem Supermarkt, ein paar Motels und das wars dann auch.  War ein schöner Radtag.

29.2. 5. Radtag Tekapo – Twitzel – Weiterfahrt mit Bus nach Wannaka

  • GPSies - 29.2. 5. Radtag, Tepako Wannaka  Link der Tagesstrecke
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  • Der Tag begann mit eitel Sonnenschein und die Natur, die einem hier umgibt ist wirklich sehenswert. Nicht verwunderlich, dass auch jetzt in der Nebensaison es nur so wimmelt an Touristen und Jener, die sich dieser atemberaubenden Landschaft begeistern wollen. Die ersten Kilometer auf dem  Rad fühlten sich sehr kühl an und schnell kam der Entschluß wärmere Keidung aus der Tasche zu holen. Wie gestern war es zuerst Rückenwind, doch bereits am späten Vormittag nach etwa 50 Km drehte er und war gar nicht mehr mein Freund.  Es ist zermürbend auf diesen endlosen Weiten in die Pedale zu treten und es auf 11 bis 15 Km/h zu bringen. Einzige Entschädigung war die Traumkulisse des Lake Pukaki, der ebenfalls wie der Lake Tepako kontrastreich in einem grassen türkis sich aus der Landschaft emporhob und eine unvergessliche Kulisse bot. Bereits in Zwizel kam die Frage auf, ob es aufgrund des immer mehr böig auffrischenden  Gegenwindes, mein eh schon hoch gesetztes  Tagesziel, Wannaka zu schaffen. Schließlich liegt da auch nach Omarama der Lindis Pass, mit 1000 hm  dazwischen und es schien aussichtslos diese 190 Km  an einem Tag zu bewältigen.  Wenn auch eine Ski&Bikers unwürdig, entschloß ich mich für den Rest der Strecke, da es sich anbot, den Bus zu nehmen. Dies würde meinen Zeitplan wieder zurechtrücken, denn es liegen noch viele Kilometer vor mir.Doch nun zu einem etwas unangenehmeren Thema. Bezüglich Preisniveau ist die Schweiz gegenüber hier ein Entwicklungsland. Abgesehen von den Backpackers Hostels, wo man für die Benutzung eines Bettes (6-8 Betten pro Zimmer und ein  Rucksackchaos ohne Privatsphäre) incl. Dusche bereits ca 30 NZDollars berappt, kostet ein Einzelzimmer im Schnitt 80 – 150 Dollar jetzt auch noch in der Nachsaison. Das Schlimme ist, die sind  ziemlich ausgebucht und ich hab das Gefühl, mein Euro ist nicht viel wert hier.  Der absolute Hammer ist der Bierpreis. Im Restaurant liegt dieser bei ca. 10 Dollar. (1 Euro = 1,65 NZD) Im Supermarkt ist es kaum billiger.  Nun gut, man will auf gewisse Begehrlichkeiten im Leben nicht verzichten und irgendwann stumpft man ab und es kostet nun mal so viel wie es kostet. Wird eben ein teurer Urlaub.IMG_160305_220421996-1280x960 IMG_160305_2206598-1280x960Eigentlich sollte man aus Protest ausreisen und einen Beschwerdebrief  an die deutsche Botschaft hier schicken. Ab 16:00 Uhr ging der Bus, der zwei Stunden später in Wanaka ankam. Hier ist eine noble Gegend. Gepflegte Straßen, Bungalows, moderne Hotelanlagen und eine saubere Natur. Hatte Glück mit der Unterkunft. Ein gutes Backpackerhaus mit vielen netten Leuten, wo man gute Tipps bekommt und den morgigen Tag vorbereiten kann. Bekomm ich in Haast eine Übernachtungsmöglichkeit, dann geht es mit der Westküste weiter – und wenn nicht, dann kommt die Route nach Queenstown in Frage. Werd morgen früh in ein Tourist Info gehen und mal fragen, denn im Internet unter Booking com war alles ausgebucht. Die Nacht ist saukalt und ich hoffe, dass es morgen wieder wärmer wird.