Archiv für den Monat: November 2013

30.11.2013, Samstag, 14 Radtag, Siem Reap – Pampa 159 Km Bus, 84 Km Rad

Tja, gesagt, getan. Ich hatte in der Reception meines Hotels in Siem Reap wegen einer Busverbindung angefragt und ähnlich wie gestern beim Hubschrauberflug war es ein Telefonat und nach einer stressigen Stunde später sah ich mich im überfüllten  Bus Richtung Westen, auf einem Teil der Strecke, wo ich vorgestern hergefahren bin. Die Busfahrt über 160 Km nach Aranyaprathet dauerte mit Pausen fast bis Mittag. Das Rad wurde mit Satteltaschen aus dem Bauch des Busses gezogen und in mitten einer belebten Kreuzung musste es bei großer Hitze wieder zusammengebaut werden. Die Erwartung, die Grenzformalitäten würden sich, da ja erst in Thailand gewesen, auf ein Minimum beschränken, erwies  sich als Trugschluß.  Wieder quirliges Leben an den Borderlines und Menschen, Menschen, Menschen. Bei der Ausreise an der kambodschanischen Grenze wurden alle Finger an beiden  Händen gescannt, im Pass wurde gestempelt was das Zeug hergibt und ich dachte das war’s. Denkste!! Anschließend ging’s vor der Thaigrenze von einer Warteschlange in die Nächste. Zwischen hunderten von Rucksacktouristen und endlos scheinendem Warten nun endlich wieder Thaiboden unter den Füssen (Rädern). Ärgerlich, dass bei soviel Grenzgängern teilweise nur zwei von sechs Schaltern belegt waren. Das Ganze dauerte gut zwei Stunden und der betriebene Sicherheitsaufwand war für mich unverständlich.

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29.11. 2014, Freitag, 13. Radtag, Besichtigung Angkor Wat – Siem Reap 70 Km

Eitel Sonnenschein, wieder ein heißer Tag. Diesmal, nach einer geruhsamen Nacht  gings erst so um 10:00 Uhr los, die Tempelanlagen zu besichtigen. Der gestrige Tag hatte es schließlich in sich.

Auf einem Areal von einigen dutzend Quadratkilometern stehen diese zwischen Sümpfen und Tropenwald, etwa 20 Km nördlich des Tonle Sap, dem größten See von Kambodscha. Daneben auch noch die Anlage Angkor Tom und weitere gigantische Bauten oder Ruinen. Es gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Hab in stilistischen und religionshistorischen Studien gelesen, die Anlagen seien so im 12.- 13. Jahrhundert  entstanden.  Während des 15. Jahrhunderts wurden die Tempelanlagen teilweise von Siamesen gelpündert. Ein weiterer Grund für den Zerfall ist, dass sich die Khmer ab dem 13. Jahrhundert dem  Buddhisums zuwandten, weshalb keine neuen Tempel mehr errichtet, oder die vorhandenen saniert, wurden. Hinzu kam die Abholzung sämtlicher Wälder durch die Khmer, sowie Missernten durch versiegendes Wasser und den damaligen Klimawandel.

Persönliche Erfahrung , im Gegensatz zu den Ha Long Inseln sowie die Kaiserstadt Hue in Vietnam, ist Angor Wat absolut sehenswert. Aber das ist Subjektiv, jeder erlebt und beurteilt es auf seine Weise.  In Angor Wat ist  es gut, wenn man ein Rad dabei hat. 15 Km waren es vom Hotel bis zur Einfahrt der Tempelanlagen, wo man ein rießiges Gelände vorfindet. Mit etwas ungutem Gefühl sperrte ich das Rad neben einer Parkanlage mit Bewachung ab, um sicher zu gehen, dass mein wertvoller Untersatz nicht geklaut wird. Es ging nun weiter zu Fuß in die Tempelanlage des Hauptkomplexes.  Doch hier sollen die Bilder sprechen. All dies zu beschreiben würde Seiten verschlingen.

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Fünf Stunden Ruinen, Denkmäler, Steine, Buddhas, Touristen, treppauf, treppab. War es auch eine sehenswerte Stätte, so wirkt irgendwann alles gleich und es reichte mir. Mein altes Problem kam wieder auf. Ich fühl mich zwischen diesen Touristenmassen nicht wohl. Eine Frau machte ein verführerisches Angebot und als sie mich ansprach wurde ich schwach. Sie lockte mich zu einem sehr belebten Tourifootlokal etwas hinter der Straße.  Das Essen war so üppig, dass bereits nach einer Stunde später schon wieder Hunger aufkam. Interessant, wie plötzlich auf Trillerpfeife eines Guides, von “Grasshopper Adventures”eine größere Gruppe das Restaurant verliess und gemeinsam auf Räder stiegen. Es war eines jener Arrangements, die ich mal in einem Reiseprospekt gelesen habe. “14 Tage geführte Radtouren durch Kambodscha” so ca. 3500 Euro. Täglich 30 – 60 Km. Da dacht ich mir “Nein danke”.  Nach meiner Marscheinlage zwischen den Tempelanlagen kam Freude auf, als mein Steppenwolf Rad noch da stand, wo es abgesperrt wurde.  Ich hatte den Eindruck, dass dieses Angor Wat wohl im ganzen Land die größte Sehenswürdigkeit darstellt. Dutzende Kilometer fuhr ich durch endlose Weiten in diesem Land, wo die Menschen am Existenzminimum leben, nur Sumpf und Tropenwald-  und plötzlich Luxushotels, Tourismus und prodelndes Leben, natürlich mit Motorrollern soweit das Auge reicht. So, der Tag hätte noch drei Tagstunden und  es ist klarste Sicht von Pol zu Pol.  Beim Vorbeifahren konnte ich mich an einen Helistar Store erinnern. Da kam mir der Gedanke einen Rundflug zu machen. Das wäre doch heut noch ein Zuckerl. Es klappte!! Unkompliziert forderte mich die nette Dame im Büro nach der Bezahlung auf, mit dem Rad zum 7Km entfernten Flugpatz zu fahren. In einer Stunde wär`s möglich. Hier sagen mal wieder Bilder mehr als Worte.

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Am Abend war noch ein Besuch der Innenstadt  Siem Reap und Geldwechsel auf dem Plan. Nachdem wieder reichlich Kohle im Portemonnaie war gab es gegrillten Fisch mit köstlichen Saucen.  Das Gemenge auf der Straße in der Rush Hour,  vom Restaurant aus beobachtend, war eine kostenlose Zugabe. Es ist immer wieder faszinierend, wie der Verkehr hier abläuft. Wenn einer in eine Straße einfährt, so schaut er nicht. Nein,  er fährt nur. Teilweise quasselt er am Handy oder ist mit seiner Fracht beschäftigt. Die anderen weichen einfach gleichgültig aus. Selbst wenn Kühe die Straße überqueren wird an ihnen hinten und vorne ausgewichen. Diesem Verhalten einfach folgend, funktioniert das auch bei mir.  Ein Typ auf dem Roller hatte eine 2 Meter Matratze quer stehend befestigt und fuhr gegen die Fahrrichtung, natürlich ohne Licht. Bezüglich Beleuchtung muss man überhaupt aufpassen. Denn so mancher Roller hatte überhaupt keine Beleuchtung.  Morgen ist, nach diesem Ruhetag, wieder eine etwas härtere Etappe angesagt. Es liegen nun knapp 2000,  traumhafte Km hinter mir, heute allein 70, nur so vom Rumrollen. Nächsten Donnerstag geht`s wieder in den Flieger, zurück in`s kalte Europa. Jedoch noch an den Golf von Thailand zu kommen, wäre schon gut. Doch kam die Überlegung auf,  den relativ unattraktiven Streckenabschnitt Richtung Westen durch Kambodscha, Sisophon, Poipet, evtl. mit dem Bus zu fahren, um dafür nochmal ein bisschen Küste zu radeln.

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28.11. 2013, Donnerstag,12. Radtag, Prabat ,Thailand – Siem Reab, Kambodscha

12. Radtag, 28.11. Prabat, Thailand – Siem Reab, Kambodscha 206 Km

Nachdem ich nun 350 Km in landschaftlich relativ unattraktiven Provinzen und großer Hitze in Thailand unterwegs war, war in mir ein positiver Eindruck von diesem Land. Mich begeisterte die Wesensart der Thais. Alleine die Art des Grüßens wirkt sehr respektbetont und ist schön anzusehen. So falten sie die Hände und nicken, dass sie meist mit den Fingerspitzen die Nase berühren. Doch auch die letzten 40 Km bis vor die kambodschanische Grenze begleiteten mich, wie auf all den Kilometern im Land, die Riesenposter des Landesmonarchen mit Frau und Regimetreuen. In riesigen Plakaten mit üppigen, verzierten Goldrahmen  grinsen sie aufs Volk hernieder, teils als gütige, weise Herrscher abgelichtet. Dabei kamen Erinnerungen von Medienberichten auf, über die Unruhen in Bangkok, die glaube ich erst vor zwei Jahren im Fernsehen kamen, welche durch das Militär niedergeknüppelt wurden. Doch  weiß ich im Detail zu wenig darüber und ich war schon gespannt, was mich in Kambodscha so alles erwarten würde.

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In Phon Thong war noch reges Markttreiben und es kam die Idee, mir ein leichtes, langärmliges Hemd zu kaufen. Meine Arme waren von der Sonne geröstet und Ganzkörperabdeckung wäre sicherlich gut. Die Radtrikots erwiesen sich bei so großer Hitze nicht als so ideal. Doch entsprechende Hemden gab es nur in Kindergrößen. Dafür waren reichlich  gegrillte Maden und Heuschrecken in den Auslagen.. Auch herrschte reger Fahrradhandel. An der Grenze füllte ich zum wiederholten Male die Unterlagen für das Visum aus und ähnlich wie in Laos wurde es wieder 10:30 bis die Grenze überschritten werden konnte. So, nun wieder Rechtsverkehr.

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Ein Grenzer, selbst Radfahrer, zeigte sich sehr interessiert an meinem Tourenrad. Es ging bergab und ich sah vor mir unendliche Weiten und eine vorerst gute Straße. Geschmack von verbrennendem Plastik lag in der Luft und der Straßenrand glich zuerst einem langen Müllhaufen.  Es lagen noch 160 Km bis Siem Reap vor mir und ich bemühte mich Tempo zu machen. Mir war klar, dass ich abends wieder mit Licht fahren musste. Das Land war nun im Vergleich mit Thailand wieder deutlich ärmer. Die Versorgung an der Straße war gut und es gab alle paar Kilometer die Gelegenheit Wasser oder Essen zu kaufen. Das Volk ist ähnlich arm wie in Laos und kein Vergleich zu Thailand. Die Menschen waren jedoch ausnahmslos freundlich. Sie lebten am Straßenrand auf Pfahlbauten, besser gesagt Bretterbuden. Sie ernährten sich von Fisch, den sie vorwiegend aus an der Straße liegenden Weihern fischten, oder von den Rindern und Ziegen, die einem oft auf der Straße begegneten.

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E Wald Projekt Kambodscha

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Das Mittagessen war auch wieder ein Gaumenschmaus der besonderen Art. Endlose Geraden, von Sümpfen und Wald umgeben und als Zugabe noch ein ordentliches Tropengewitter, wo die Blitze vor mir nur so eindonnerten. Ich war klitschnass und hab noch nie so einen warmen Regen erlebt. Fast wie in der Badewanne.

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So kam ich nach 110 Km endlich an den National Highway 6 und hatte noch 50 Km bis Seam Reap. Der Verkehr wurde mehr und zu allem Übel wieder viele Constructions, wo es entsprechend dreckig zuging.  Alles in allem war es jedoch heute, trotz Tropengewitter, nicht so heiß  wie die letzten Tage in Thailand.  Der Hintern tat schon weh und ich war froh Siem Reap zu erreichen, wo es nur so wimmelte von Touristen. Entlang des Highways pompöse Luxushotels und zahllose Busse. Genau mein Ding.  Beim zweiten Hotel checkte ich ein und freute mich, dass morgen nicht schon wieder eine große Etappe vor mir lag. Mein Sitzfleich braucht Erholung.  Es soll morgen ein genüsslicher Ruhetag werden, wo die Besichtigung der  Tempelanlagen  geplant war.

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27.11. 2013, Mittwoch, 11. Radtag , Yasothon – Prasat 170 Km

Beim ersten Blick aus dem Hotelfenster Freude. Die Fahnen wehten sanft in meine Fahrtrichtung, also wieder leichter Rückenwind. Doch nach dem Frühstück beim Aufsatteln der erste Schock. Platten am Vorderreifen! Irgendwas stimmte nicht, der neue Schlauch verlor auch Luft, aber schien doch bei weniger Druck zu halten. Da  an meiner Luftpumpe sich eine Wechselventilschraube verabschiedete, musste noch eine Neue besorgt werden. Strahlend blauer Himmel und bereits um 8:30 Uhr ganz schön heiß. Die ersten Kilometer liefen gut, kein Berg, ewig gerade aus, gute Versorgung am Straßenrand, zig Kioske, wo in großen Kühlschränken mit Glastüren Kühles ausgestellt war. Ich zog es vor, mir eine Wassermelone reinzuziehen und schnell war der Vormittag vorbei.

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Es ging weiter Richtung Süden. Vormittags wurde die rechte Körperhälfte geröstet, am Nachmittag die linke. Sonnenschutz ist wichtig! Drum eine dicke Schicht auf die freien Hautflächen und gegen Mittag kam mir eine der zahllosen Straßenküchen mit schützendem Blechdach gerade gelegen. Dabei unterlief mir ein Fehler. Meinen  unsagbaren Durst löschte ich statt zuerst mit Wasser gleich mit Localbier. Nach zwei Halben und dem Essen nickte ich hinüber.  Erst nach einer guten  viertel Stunde weckte mich das Gelächter einer  Gruppe kichernder Thaifrauen vom Nebentisch. Naja, Rad, Tasche mit Dokumenten und Kohle noch da. Glück gehabt!! Anschließend der Versuch meinen schweren, müden  Körper wieder aufs Rad zu hieven, schließlich muss es weitergehen. Mühsam die ersten Treter  und schließlich rollte das Rad wieder. Sengende Mittagssonne, kaum Schatten und dann wieder dieser Vorderreifen. Als die Felge schon aufging musste abgestiegen werden, doch es war nicht daran zu denken, hier in dieser Bruthitze den Schlauch zu wechseln und Schatten war so um die Mittagszeit weit und breit nicht gegeben.  Also CO2 heraus, schließlich waren da doch  4 Ampullen in der  Werkzeugtasche. Doch bei erstmaliger Verwendung dieser  Dinger die Feststellung, dass für so einen Tourenradschlauch zwei nötig waren, um genug Luft drinnen zu haben. Zuerst hielt der Schlauch 20 Km, dann 10, dann war unmittelbar nach dem erneuten Aufpumpen Schluss. Gleich wurde der eh sperrige Mantel in der vorderen Radtasche mit gewechselt. Trotz dieser Pannen war gegen 16:00 Uhr bereits Surin erreicht und bei einsetzender Dunkelheit waren ging`s noch weiter bis  Prasat. Also Bonusmilen für den heutigen Tag. Es geht ab 17:00 Uhr alles sehr schnell. Die Temperaturen werden etwas erträglicher und dann wird es auch schon dunkel. Ab 17:30 Uhr ist Schluss. War zufrieden. Wieder 170 Km geradelt und in mir  die  Hoffnung, wenn die Grenzformalitäten nach Kambodscha nicht zuviel Zeit  beanspruchen, Siem Reap morgen zu erreichen.  Auch ein Hotel wurde schnell gefunden.   

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26.11. 2013, Dienstag, 10. Radtag Savannaketh, Laos – Yasothon, Thailand 151 Km

Morgends, oh Schreck. Hunderte Mücken im Zimmer. Sie kamen aus der Klimaanlage, schienen jedoch nicht stechwütig zu sein. Doch sah ich an der Bettwäsche, dass sich Nachts Einige an mir bedienten. Es war immer angenehm, wenn man ein Hotelzimmer im Groundfloor bekam. Das Rad konnte reingeschoben werden, kein Taschentragen über Flure, Treppen oder Fahrstühle. Es war auch eine Erleichterung beim morgendlichen Aufrüsten, wenn man die am Rad hängenden Satteltaschen einfach wieder einräumen konnte. Kleidersäcke  verstaut, Wasser auffüllen, Luft kontrollieren, Zimmercheck ob nichts liegengeblieben ist,  Hotelrechnung zahlen …. All dies war ja zwischenzeitlich Routine. Kam mir schon vor wie ein Nomade!! Ziemlich sauer war ich einmal, als mir die Tante an der Rezeption versicherte, mein Fahrrad werde sicher verräumt, jedoch nach drei Stunden sah ich es noch immer vor dem Hotel stehen.  Machte ihr klar, wie wichtig der Untersatz für mich ist, worauf sie, sichtlich verlegen,  schnell in meiner Gegenwart den Boy beauftragte, es an einen sicheren Ort zu bringen. Da ich Dödel wohl meine gute Landkarte irgendwo liegen hab lassen, wollte ich mir in Savannaketh eine Neue besorgen. Dabei lernte ich zwar die Stadt kennen, doch nach vielen Kilometern und mehreren Bookstores war mir kein Erfolg beschieden. Ich musste den Mekong über die Friendship Bridge queren und befürchtete schon wieder viele Formalitäten an der Grenze. Doch diesmal ging es schneller. Auf der laotischen Seite erklärte man mir, man könne über die einen Kilometer lange Brücke nicht mit dem Rad fahren, sondern benötige ein Pickup. Ein freundlicher Thai nahm mich mit und drüben erklärte man mir, dass ich in Thailand kein Visum brauche und dass Touris einen Monat lang bleiben dürfen. P1020966 P1020970 P1020961 P1020975 P1020986Obwohl noch Bündel Laosgeld in der Tasche, genau nachgerechnet war der Wert jedoch nur 11 Euro, besorgte ich gleich am Automaten Thaibath und los gings. Es schien ein sehr heißer Tag zu werden und nachdem wieder eine Landkarte mein Eigen war, radelte ich gen Süden los. Die Sonne knallte vom Himmel und meine Haut war oberflächig fast ganz mit Creme bedeckt.  Da es mir die letzten Tage mit Socken und Radschuhen deutlich zu heiß war, kam der Entschluß auf die Klickis und Socken zu verzichten. Doch  sichtbare Hautbereiche am Oberfuß waren, da keine Sonne gewöhnt, schnell  angerötet.  So, aber nun zu Thailand. Der Linksverkehr stellte kein Problem dar. Nur im Kreisverkehr war vorherige Überlegung gut. Problematisch wurde es zuerst  bei größeren Rondellen, wo es galt sich richtig einzureihen, da innere oder äußere Bahn definiert werden mussten. Hierbei war bei Fahrzeugen die selbstbewusst und dominant mit hoher Geschwindigkeit in den Kreisverkehr schnitten, besondere Aufmerksamkeit geboten. War immer eine Situation, die viel Konzentration erforderte. So fuhr ich nach Mukdahan, westlich des Mekongs,  Richtung Süden, wo es wenig spektakulär war. Autobahn soweit das Auge reicht und gegen Mittag knallte unerbärmlich die Sonne bei weit über 30 Grad vom Himmel. Keine Kinder grüßten mehr vom Straßenrand, nur die betörenden Rollgeräusche der überholenden Fahrzeuge und noch 120 Km bis zum Tagesziel Yasothon. Bei zahllosen Ständen am Straßenrand trank ich ausreichend und sorgte für genügend Flüssigkeit im Körper.   Erst gegen 15:00 Uhr schützen  Cumulis zumindest teilweise vor der aggressiven Sonne. Es war ein unspektakulärer Tag, aber der Zeitplan war eingehalten. Am nächsten Morgen galt es früh loszufahren um in die Nähe der kambodschanischen Grenze nach Surin oder Prasat zu kommen. Glück war mir dieses mal mit dem Hotel beschieden. Mein Garmin kann ja Vieles. Da war doch eine Funktion im Routenplaner „Points of Interest“. Per Touch Screen wurde  der Kasten beauftragt ein Hotel zu suchen. Prompt routete es mich zum  http://www.thegreenparkgrand.com Es war ein Nobelschuppen für Butterbrot. Ich schämte gegenüber dem Boy, der eifrig sich der Radtaschen annahm, über deren Zustand.  Er könne sich schließlich seine Hose dreckig machen.  Bei einem ausgiebigen Duschritual wurden diesmal auch die Satteltaschen mit gereinigt. Beim Abendessen im Hotel war ich wieder in eine Karaoke Firmenfeier geraten. Wärend die vegane Speisenauswahl diesmal vortrefflich gelang, sangen bei einer Firmenfeier Mitarbeiter  wie die Vietis laut und lesen den Text dabei vom Bildschirm. Anschließend werden die Solisten stürmisch  beklatscht und mir Rosen beschenkt. Ich hatte dem Hotelmanager vorgeschlagen mal eine bayerische Blaskapelle spielen zu lassen. Die Kosten für den Flug waren ihm aber zu teuer.

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25.11. 2013, Montag, 9. Radtag, Hoa Boa – Savannaketh 140 Km Rad, 100 Km

Kitschige Discopopmusik  aus den Dorf- Straßenlautsprechern weckte mich auf und da ich am Vortag die ganzen Radtaschen ausräumte, schaute es entsprechend aus im Zimmer. Etwas Unbehagen empfand ich darüber,  was wohl heut alles auf mich zukommen wird. Wie ergeht es mir an der Grenze, wie sind die Straßen in Laos, wie die Menschen. Keinen Kiep (Laos Währung) hatte ich in der Tasche und auch keine Dollar, denn die vergaß ich in München am Flughafen zu tauschen. Nach MEZ war es zuhause kurz nach Mitternacht, als zum gestern noch extra bestellten Frühstück der Kaffee kam.  Ganz neue Erfahrung: Kaffee wurde mit Eis serviert, dazu heisses Wasser. Zwei Weißbrote und  Gurken. Im Vergleich mit dem gestrigen Frühstück ein Trauerspiel. Aber was soll`s, auf zu neuen Taten. An der vietnamesichen Grenze ging es hektisch zu, viele Leute, immer ein Argusauge auf mein Rad und Taschen, viele Schalterstellen, Stamps und ich mittendrin. Dann schließlich vor mir dominant das Grenzgebäude der laotischen Grenze. Der Grenzbeamte machte mir klar, ein Tourivisum sei erforderlich. P1020928 P1020845 P1020904 P1020903

Brav zum wiederholten male die Anträge ausgefüllt. Reisepassnummer, Name, Vorname, Geschlecht, Herkunft…. . Der nett grinsende Mann hinter der Glasscheibe machte mir klar, so ein Visum kostet 40 Euro. Doch hatte ich kurz vorher nur etwa 30 Euro in Laosmoney umgetauscht. Also an der Bank gleich gegenüber nachfassen. Wieder wurde mir ein Bündel dreckiger Scheine mit vielen Nullen für 100 Euro in die Hand gedrückt. Ob der Bankangestellte mich über`s Ohr gehaut hat war für mich nicht nachvollziehbar, die Nullen waren zwar erkennbar, doch die Zahl davor war für mich nicht zu entziffern. Als ich zig teils unlesbare Stempel in den Pass geknallt bekam und nochmal ein weiterer penibler Grenzer alles auf Vollständigkeit pruefte, war es bereits 9:30 Uhr, als  die ersten  laotischen Straßenmeter vor mir lagen. Die Entschädigung waren  feiner Inlinerasphalt, breite ebene Straßen, kaum Verkehr, saubere Luft und man konnte eigentlich positiv überrascht sein von diesem Land. Auch gab es die ersten dutzend Km Stände, wo die wichtigsten Dinge gekauft werden konnten. Ein Glücksgefühl kam auf. Auf Laoserkundung genoss ich die Natur und freute mich über die netten grüßenden Menschen am Wegesrand. Es ist ein armes Volk. Nackte Kinder, Baracken auf Stelzen, wohl wegen der Bodentiere.

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 Doch so gegen Mittag nach ca 60 Km wieder das alte Signal aus der Magengrube.”HUNGER”. An einer Straßenküche wurde mir  trotz deutlicher Handzeichen, rechte Hand zum Mund führend, linke Hand zum Essen deutend, nur zwei Heinecken und Zigaretten gegeben. Die bekam sie gleich wieder. Zerknirscht ein erneuter Versucht der Erklärung. Doch wollte die Gute das nicht kapieren.  Entnervt kam nach einer viertel Stunde ein weiterer Laden, der wie ein Restaurant aussah, zum Vorschein. Dort standen Plastikbeutel mit essbarer Füllung auf einem Tisch, welche ich als Brotzeiten deutete und den, wo  eine Tomate und Nudeln drin zu erkennen waren, erwarb. Nachdem mir ein Teller gereicht wurde, die ersten, mühsam mit Stäbchen gegessenen Happen. Naja, ganz schön würzig!  Nach etwa fünf Minuten begann die Nase zu laufen, es fühlte sich so an, als ob sich mein Gaumen auflöse, die zwei Heineken waren innerhalb weiterer fünf Minuten ausgeschwitzt. Tränen kamen auch dazu. Sicherlich hatte ich eine entsprechen rote Birne und innerlich fühlte es sich an, als liefe der Countdown für einen Raketenstart. Es waren Glasnudeln und eine Art angebratene Wurzel, die ich nicht deuten konnte. Der schlimmste Teil des Szenarios dauerte etwa 10 Minuten, aber was soll`s,  man muss es positiv sehen. Es reinigt mit Sicherheit die  inneren Organe  und machte mich des Weges. Aus dem Inlinerasphalt wurde grober, welliger Teer mit tiefen Löchern, Schotter  und viel Staub.P1020950 P1020951 P1020956 P1020953 P1020957 P1020946 P1020945

Die Satteltaschen wurden gebeutelt und meine Grip Ship Schaltung machte Probleme. Während der weiteren Kilometer ein Gedankenspiel, ein Horrorszenario. Ein ausgehungerter Radfahrer liegend am Wegesrand im Tropenwald, ausgezehrt und dehydriert, Radpanne, kein Licht, unbekannte Stimmen aus dem Urwald, und ich muss da übernachten. Sorge bereitete mir, dass  seit etwa 130 Km kein Guesthouse, Hostel oder irgendeine Art von Unterkunft, zu sehen war. Man ist eben nicht mehr auf der A1 in Vietnam. Grübel, grübel. Die Distanz bis Savannaketh sind 240 Km. Die Hoffnung, eine Bleibe für die Nacht auf der Strecke zu finden, bestätigte sich nicht. Also: entweder in die Nacht hineinfahren und total platt in Savannaketh ankommen, oder auf einem KFZ anheuern. Welch Glück, dass mich nach 140Km ein Pickupfahrer, so eine Art Minibus  mit vielen Menschen drauf, mitnahm. Schon ein bisschen komisch die ersten Kilometer, hinten auf dem Pickup, mal nicht selbst mit dem Rad unterwegs.  Obwohl der Fahrer ganz schön flott unterwegs war kam der Bus erst  in der Dunkelheit, die Insassen hergebeutelt zwischen Reissäcken und Schachteln, in  Savannaketh an. Hier gab es auch Hotels und ich suchte mir einen, wenn auch teuren Schuppen mit Internet, Klimaanlage und Restaurant direkt am Mekong Fluss. Morgen wird sich das ganze Spiel wiederholen, den dann geht es nach Thailand.

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24.11.2013, Sonntag, 8. Radtag Hue – Lao Bao/ Grenzstadt zu Laos. 148 km 900 Hm add.

Der Tag begann mit Hochleistungssport beim Nachfassen des Frühstücks.  Hab selten ein derart schön mit exotischen Früchten gedecktes Frühstücksbuffet erlebt. Meine Speicher waren wieder voll, ist auch nötig, denn heut war Gegenwind angesagt. Vorher mussten wieder die Satteltaschen gepackt werden, doch die Trikots waren am Morgen aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit von 90% nie trocken.  So mussten diese immer feucht eingepackt werden um sie  erst einen Tag später einzusetzen, denn nichts ist wichtiger als ein trockener Hoseneinsatz. Die Stadt Hue hinterließ einen schönen Eindruck und das pulsierdende Leben beim verlassen der Stadt war wieder beeindruckend.

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Der Portier vom Hotel gab mir vorher noch den Tipp, die Hauptstraße 1A hoch zu fahren, um diese dann nach 70 Km  vor Dong Ha Richtung Laos zu verlassen. Es war eitel Sonnenschein, jedoch auch ziemlich warm.  Bei Quang Tri gings auf der QL9 landeinwärts und das Gelände wurde kupierter. Die Straße war zwar weniger belebt, jedoch stanken die alten Dieselmotoren der vorbeifahrenden LKWs gewaltig. Immer schön die Eindrücke an der Straße. Mörtel wird noch von Frauen mit Schaufel und Kelle auf dem Boden per Hand angemacht und an Baustellen quirlt es nur so von Menschen. Klar, wenn die Arbeitskraft kaum was kostet. Kurios war wieder mal das Mittagessen. Ich folgte dem Winken eines Wirtes und Aufregung in der ganzen Familie brach aus, als ich mein Rad dort abstellte. Ein Blick in einen Topf machte keinen besonderen Eindruck. Schweineschwanzerl und Innereien! Das daneben sah aus wie Leberwürste. Die bestellte ich. Geröstete Erdnüsse gab`s als Vorspeise und Grünzeugs, das nach Minze/Limonenmischung schmeckte. P1020840

Ein Mädchen zeigte mir dann, dass man diese Wurst dann in Blätter einwickelt, in eine unwahrscheinlich scharfe Sauce taucht und dann so isst. Man hätte all das noch mit den immer bereitgestellten Peperoni toppen können, doch darauf kann man gut verzichten. Gut, dass wenigstens das Bier international ist. Endlos scheinender Tropenwald und tropische Temperaturen umgaben mich. Da in mir Ungewissheit über die Infrastruktur in Laos herrschte, deckte ich mich mit genügend Wasser ein. Das war auch gut so, denn ein  Pass mit 450 Hm kündigte sich auf dem Höhenprofil meines Navis an. So ein Schapperl ist zuhause auf dem Rennrad gar nichts, doch wenn das Rad 39 Kg hat, 39 Grad- und 90% Luftfeuchtigkeit, dann sieht die Sache anders aus. Dann wird`s  ein Wadelbeisser. Mühsam, mit dem kleinsten Gang ging es aufwärts, wobei ein langsam vorbeiziehender Laster mir förmlich die Atemluft nahm.  Schweißüberströmt und platt, die Hoffnung nach einer Kehre, das könnt`s gewesen sein. Doch weit gefehlt. Vor mir eine weitere ansteigende Gerade, null Wind und brütend heiss, kaum  eine schattige Stelle, wo man mal bei einer kurzen Pause was trinken könnte. Endlich angekommen in Hao Bao begutachtete ich noch die Grenzstation zu Laos, an der reges Treiben herrschte. Bananen wurden umgepackt, Straßenhändler und Warenstände und viele LKW`s.  Große Schilder wiesen auf die Nähe des  Ho Chi Minh Pfades  hin, ein Kriegsmuseum stellte Trophäen von abgeschossenen US Helikoptervraks und abgefackelten Panzern aus. Hab gegoogelt, hier ein Link, in dem weiteres über die Geschichte dieser Gegend zu lesen ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ho-Chi-Minh-Pfad

Dieser Pfad war damals Im Vietnamkrieg die wichtigste Verbindungsstraße zwischen Nord- und Südvietnam.

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Die Dongs gehen zủr Neige. Ich hab nun in einer Woche  200 Euro inclusive Hotels und Essen gebraucht. Morgen früh ist gleich ein Besuch bei einer Bank angesagt um Euro in  laotische Kip umtauschen. 1 Euro, 10700 Kip

 

Alle Fotos von diesem Radtag unter:

https://picasaweb.google.com/27werner/8Radtag2411?authkey=Gv1sRgCKuAtemE38Kx6wE

 

23 .11. 7. Radtag Txi Xa Dong Ha – Hue 100 km Besichtigung Kaiserpalast.

Diesmal kam ich bereits nach einer Nacht in diesem Nobelschuppen um 8:00 auf’s Rad. Alles  war gut getrocknet und sauber.

P1020691 P1020692 P1020693 P1020695Jedoch begann es aus der Wolkensuppe wieder zu regnen und nach einer Stunde Kurs Süden auf der 1A war  ich wieder genau so nass und dreckig wie ich gestern im Hotel eincheckte. Ich entschloss mich, die Hauptstraße zu verlassen und fuhr an einer deutlich ruhigeren und schöneren Parallelstraße direkt an der Küste entlang.

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Siesta

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TV Fachgeschäft

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Nachrichtentechniker

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Relikte aus dem Vietnamkrieg

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Einer der Eingänge zur verbotenen Stadt

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Am Eingang sind einige verfallene und verrostete Flugzeuge und Panzer aus dem Vietnamkrieg ausgestellt. Das  Wesentliche ist das reich geschmückte Hauptgebäude mit dem Kaiserstuhl. Ein paar hübsche, geschminkte Mädchen, die in Kaiserstracht für Fotografen posieren, stehen rum und lassen sich ablichten.

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Alle Fotos von diesem Radtag:

https://picasaweb.google.com/27werner/7Radtag2311?authkey=Gv1sRgCK_2wunww9bbKQ

 

6. Radtag, 22.11 Tanh Binh – Thi Xa Dong Ha 153 Km

Die Nacht war etwas laut neben der Hauptstraße und nach dem ersten Blick aus dem Fenster eine Entäuschung. Klitschnasse Straße und die Pfützen spiegelten sich im Grau des Morgenlichts. Nicht gerade animierend, nun auf das Fahrrad zu steigen. Nach Bezahlung von  8 Euro  ( 250000 Dong) für mein Zimmer, jedoch ohne Frühstück gings wie üblich die ersten Kilometer etwas zäh los. Am Wegesrand roch plötzlich Frischgebackenes und der Blick ging an eine kleine Bäckerei mit frischen Brötchen in der Auslage. Prompt saß ich auf dem abgenutzen Kinder-Plastikstuhl zwischen Pfützen und Hühnern und orderte mit dem Finger zeigend durch die verschmutzte Glasscheibe der Theke. Sogar ein Instant Coffee wurde auf Wunsch  gekocht und die Verkäuferin staunte, was  ein Bayer so alles vertilgen kann. Sichtlich verlegen wurde sie auf die Bitte für ein Foto zu posieren. Erst nach  ausgiebigen Styling (typisch Frau) erlaubte sie einen Schnappschuss. Lächelnd, fast mütterlich, schenkte sie mir als Wegzehrung noch einen Krapfen. Doch nun wieder unterwegs in Phasen, wo es so  richtig schüttete. Mal waren die Straßen wieder trocken, mal wurde ich von vorbeifahrenden Autos aus großen Pfützen ordentlich vollgespritzt . Da der Regen sehr warm ist, ist es einem irgendwann egal und es macht gar nichts mehr aus. Nass ist man eh schon. Schließlich war mir vor Beginn der Reise bewusst, dass um diese Jahreszeit eine Regenwahrscheinlichkeit um 30% herrscht.

P1020659 P1020660 P1020658 P1020662 P1020665 P1020657 Gegen Mittag beflügelte mich einsetzender Rückenwind und ich war bereits um 13:00 Uhr 100 Km gefahren. Reisfelder soweit das Auge reicht, emsig arbeitende Menschen am Wegesrand. Auffällig ist hierbei der hohe Anteil von Kindern und Jugendlichen in der Bevölkerung. Deren Statussymbole sind Mobilität und Kommunikation. Also Handy und Roller. Die Generation vorher fährt Rad.  Mitten in den ewig weiten Flächen dominieren teilweise große christliche Kathedralen, doch vorwiegend buddhistische Tempel den Wegesrand. Vielleicht haben Tebartz van Elsts  Vorfahren auch ganze Arbeit geleistet. Der Magen knurrte schon wieder und es wurde Zeit wieder ein Restaurant zu finden. Doch diesmal wollte es nicht klappen. Einmal waren mir die mich misstrauisch anknurrenden Köder  unsympathisch, beim zweiten Mal schaute es in der Küche nicht gerade vertrauenserweckend aus.

P1020643 P1020642 P1020639 P1020637 P1020645 P1020638Doch đann doch noch eine Überraschung:  In Dong Ha bei Dämmerung angekommen, sah ich einen riesigen Gebäudekomplex und stellte fest, dass es ein Hotel war. Ein 5 Sterne Luxusschuppen. Bisher hab ich für normale Mittelklassehotels 7-Euro bezahlt. Der Preis hier 1000500 Dong. Also 35 Euro. Die noble Dame an der Reception sagte “ Oh Sir, we have a big Price“  Doch 35 Euro hab ich im Schwarzwald für eine Pension bezahlt. Der Schuppen hier würde in Deutschlad wohl über 200 Euro kosten. An der Rezeption lernte ich noch Journalisten des Südwestdeutschen Fernsehens kennen, die eine Reportage über den Ho Ji Minh Pfad machen. Der Portier trug meine dreckigen Radtaschen hoch und ich nutzte die Gelegenheit, in dem riesigen Zimmer mal ordentlich große Wäsche zu machen. Der Tag neigte sich dem Ende zu und morgen möchte ich mein erstes Etappenziel, die Kaiserstadt Hue erreichen.

Alle Fotos von diesem Tag unter:

https://picasaweb.google.com/27werner/6Radtag2211?authkey=Gv1sRgCJSbvv2kq9yeSg

21.11. 5. Radtag Vinh – Tanh Binh 155km

Das Wetter war wieder eine graue Suppe, die Temperatur am Morgen 22 Grad und ich hatte vom gestrigen Tag doch etwas schwere Beine. Es war noch eine nette Verabschiedung mit den Leuten im Hotel und ich war erst so kurz nach 9:00 Uhr auf dem Rad. Nach den ersten 30 Km sah ich erstmals den Pazifischen Ozean und man glaubt es kaum, es waren kurze Teilstücke mal ohne Menschen dabei. Endlich konnte man mal ungestört pinkeln. Die Bevölkerungsdichte ist hier im Norden im Küstenbereich anscheinend ziemich hoch. Ich hab gelesen 280 Menschen pro qkm. So hab ich bisher noch keine paar hundert Meter fahren können, ohne ständig von Leuten umgeben zu sein. Schemenhaft waren westlich von mir Berge zu erkennen und irgendwo bei Nghen muss ich wieder auf die Hauptstrasse gekommen sein, denn der Verkehr nahm wieder deutlich zu. Das andere Extrem erlebte ich in einem Ķüstendorf, wo ich schon glaubte die Strasse hört ganz auf und ich muss den ganzen Weg zurückfahren.

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Es war schon wieder Mittag und der Hunger meldete sich. Getrunken hatte ich auch noch nicht viel und so entschloss ich mich ein Restaurant aufzusuchen. Wie toll, ein freundliches Mädchen kam heraus, sprach gut Englisch und sagte,
„We have fresh dog“ Darauf zog ich es vor in das erste in Vietnam entdeckte Fastfood Restaurant zu gehen und Spagetti mit Crosshuhnschenkel zu essen. Mit besorgter Miene blickte ich immer auf mein geparktes Fahrrad und musste mit ansehen, wie es langsam zu regnen begann. Die nächsten zwei Stunden waren nicht gerade schön für einen Radfahrer.

P1020652 P1020650 P1020660 P1020656Spritzend überholten mich die Autos und schön langsam durchnässte ich am ganzen Körper. Die vorderen Satteltaschen verhinderten zuerst,dass die Schuhe nass wurden, doch nach einigen ordentlichen Pfützen waren auch die durchtränkt. Erfreulich dass am späten Nachmittag der Regen nachließ und auch die Strasse wieder trocken wurde. Erst als das Rad und ich langsam abtrockneten sah ich wie dreckig wir waren. Ist ein Fall für die Dusche im Hotel,falls mich so noch jemand nimmt. So ein Regen hat aber auch Vorteile. Es staubt nicht so und außerdem war er warm. Den ganzen Tag begleitete mich wieder gefälliger Rückenwind der kurz bevor es dunkel wurde, stürmisch wurde und den grauen Schlietz wegblies. Auf einmal waren die Berge klar ersichtlich und ich musste wieder auf ein Hotel schauen, denn die Nacht brach herein. Vorher hab ich in einem kleinen Wirtshaus noch ein Reisgericht mit frisch angebratenen Rindfleisch gegessen. Die Küche machte einen ordentlichen Eindruck und der Wirt zeigte mir sogar das frische Fleisch im Kühlschrank.  Alles in allem wieder ein schöner Tag gewesen.
Wenn nichts dazwischen kommt, müsste ich Übermorgen bereits an meinem ersten Etappenziel, der Kaiserstadt Hue ankommen. So long!

Alle Fotos von diesem Tag unter:

https://picasaweb.google.com/27werner/5Radtag2111?authkey=Gv1sRgCOzomOSrl_fmWQ