17.3 22. Tag, Coromandel und der Versuch weiter zu kommen.

Ling zu Tagesfotos:

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Ling zur Tagesstrecke:

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Bisher hatte ich  die letzten vier Wochen, wenn man die anderen Reisenden so berichten hört, unverschämtes Glück mit dem Wetter. Doch weiß ich jetzt wie man Regen definiert. Ein tropischer Zyklon lässt sich hier so richtig aus und es kübelt was runterfallen kann. Der Vormittag verstreicht mit Warten auf Besserung, doch das Regenradar macht wenig Mut zur Hoffnung. Erst Nachmittag fuhr ich zur Touristinfo, um die Fähre, die eigentlich um 3pm ab Coromandel nach Auckland fahren sollte, zu buchen. Doch die Dame meinte, sie sei schon ausgebucht. In der Hoffnung, direkt am Schiff auf einen freien Platz zu bekommen, machte ich mich bei strömenden Regen auf den 12 Km langen Weg zum Hafen in der Nähe von Coromandel.  Der ultimative Test für meine Regensachen. Ein Lapsus passierte mir noch, als ich die  Einfahrt  der Anlegestelle übersah, und so einen 200 Hm Buckel umsonst fuhr. Einen Farmer meinte, ich müsse wieder zurück und bot mir an, mein Rad in seinen Kofferraum zu packen. Doch glaubte ich es auch so noch zu schaffen. Besorgt um mein Problem, wartete er oben am Berg, um nochmals seine Hilfe anzubieten. Einfach ein netter Menschenschlag! Durchgeschwitzt und auch gründlich von innen nass, erreichte ich das gerade einfahrende Schiff. Doch der Kapitän sah keine Chanche, mich noch aufzunehmen, da der Clipper versicherungsrechtlich nur für eine begrenzte Personenzahl zugelassen sei. Entäuscht gings dann wieder nach Coromandel zurück, wo letztendlich für morgen früh nur noch  ein Bus über Hamilton nach Auckland gebucht werden konnte. Die Direktstrecke war auch schon ausgebucht. Da denkt man, man ist in der Nebensaison als Alleinreisender unterwegs, doch hier geht es ohne vorherige Buchung nur mit viel Glück weiter.  Zum Trost gab`s Abends bei einer Geburtstagsfeier eines 17 jährigen Kiwis Gegrilltes.

Hab gegoogelt.  Jeder zehnte Arbeitsplatz ist hier vom Tourismus abhängig. Der Tourist schätzt die Vielfalt der Landschaften – Küsten, Seen und Fjorde, Hochgebirge und Gletscher, Vulkane und heiße Quellen –, die ebenso üppige wie fremdartige Vegetation, die Nationalpaarks auf Nord- und Südinsel, in den Waldgebieten wie im Hochgebirge, die gut ausgebaute Infrastruktur und die aufgeschlossenen Bewohner Neuseelands. Dies kann ich nur bestätigen. Hab seltene so freundliche  Leute erlebt. Das Land zählt mehr als drei Millionen Touristen pro Jahr. Bis vor einigen Jahren war der durchschnittliche Neuseeland-Urlauber Rucksacktourist. Obwohl der Abenteuertourismus immer noch eine extrem bedeutende Rolle einnimmt, bemüht sich die neuseeländische Reiseindustrie seit einiger Zeit auch verstärkt um Kurzurlauber mit hohem Budget. Es gibt eine klare Tendenz zu einem „luxuriösen Neuseeland“. Das ist auch in der Preisentwicklung der letzten Jahre feststellbar.

Erstmals in meiner Reise bin ich am Abend in der gleichen Unterkunft in Coromandel  und gab meine Sachen zum Trocknen. Bei solchen Wetter denkt man an die Radlerkollegen mit Zelt, denn es bleibt bei der hohen Luftfeuchtigkeit nichts trocken. Beim Radfahren ist man bereits nach kurzer Zeit von innen durch und durch patschnass und so lange man sich bewegt auch warm. Doch wenn man eine kurze Zeit steht, kühlt man schnell aus und es friert einen, trotz 22-24 Grad.  Trotzdem kamen heute nur bei so unnötigen Fahren 37 Km und fast 600 Hm zusammen.  Zum Abend war dann die Buchung einer Unterkunft in Auckland noch ein Problem. Erst beim fünften Backpackers erhielt ich eine Zusage auf ein Bett für morgen. Wird sicherlich wieder ein interessanter Tag mit der Hoffnung auf besseres Wetter.