11.3. 16. Radtag New Plymoth – Tahora Saddle

Ling zu Fotos des Tages:

https://www.dropbox.com/sh/qjmaq8d33hks5hs/AAB0ukRLpBqNX24rd-jAH5Bqa?dl=0

Ling zur Strecke: 106 Km 1700 Hm

http://www.gpsies.com/map.do?fileId=wpsjqrnwnvpwuyaa

So, die Entscheidung ist gefallen. Auf den Highways gehts zwar schnell voran, aber es ist laut und auf die Dauer monoton, wo doch so schöne Abschnitte in der Gegend sind. Also ab in die Natur, zu den Highlights der Insel.  Gestern Abend legte ich den Plan der nächsten Tage fest. Heute bis Whangamomona, dann weiter bis Taumarunui, dann zum Lake Taupo, entweder nach Turangi, oder wenn’s gut läuft, direkt zur Ortschaft Taupo, also zum Kern der Nordinsel. Aber da sind noch viele Höhenmeter. Auch beschäftigt mich das angeblich schlechter werdende Wetter nach Sonntag. Aber wie sagte schon Beckenbauer „Schauma mal, dann sehmas schon.

Doch nun zum heutigen Tag.

Diese Nacht hat es ordentlich geregnet, doch jetzt am Morgen blauer Himmel und wieder schnell ziehende Wolken, jedoch aus südöstlicher Richtung. Deutet wieder auf einen windigen Tag hin. Doch wie verhext muss ich in diese Richtung. Heute beginnt die drei- viertägige Etappe  wie beschrieben  ab New Plymout, wo ich über Purangi zum Forgotten World Highway stossen sollte. Mein Problem von gestern war, nach über einer Stunde googeln bei Trivago oder Booking.com kein Zimmer in Whangagamomona gefunden zu haben. Das einzige Hotel war ausgebucht. Meine letzte Rettung war das Tourist Info, wo mir auch eine unbeschreiblich nette Dame prompt noch 12 Km hinterhalb, am Tahora Saddle ein Bett wusste. Also auf geht`s. Mein lieber Schwan, ist das ein heftiger Gegenwind. Mühsam fiel jeder Meter und mein Gedanke war, wenn es doch nur ca. 100 Km waren, es mag ein langer, anstrengender Tag werden.  Die Landschaft wurde immer schöner und lässt sich wohl auf den Fotos nur erahnen. Intensive landwirtschaftliche Nutzung durch Schaf- und Rinderzucht, von denen mir tausende blöckend und muhend begegneten und immer eine dünner werdende Besiedelung. Gut, mich noch im Supermarkt mit Getränken und Essen für diesen Tag versorgt zu haben. Dabei spielt natürlich immer Gewicht und Volumen eine große Rolle. Die Landschaft wurde nun immer hügeliger und wenn auch nur keine Wadlbeisser mit  30-100Hm, so kamen ohne Unterbrechung  diese  15-20% Knaller, die bei böigen Gegenwind und 40 Kg Rad eine Herausforderung darstellten. Zwar sammelten sich schnell additive Höhenmeter, doch kamen kaum Kilometer zustande und gegen Mittag war ich schon ziemlich platt. Es ist hier das Allgäu Neuseelands! Jedoch viel steiler und härter. Selten jemals an meiner Roloff die kleinsten Gänge gebraucht zu haben, doch heute war so ein Tag. Erschöpft und vom Wind geschützt die verdiente  Mittagspause in einem kleinen Busshäuschen, aber  2/3 der Strecke lagen noch vor mir. Doch es kommt noch härter. Die Teerstraße endete und es kam etwa 20 Km grober Schotter, später tiefer Sand und Wellblechpiste. Es war heiß und erst am späten Nachmittag endlich die Einmündung zum Forgotten World Highway, eine malerisch in die Landschaft eingebettete Traumstraße. Den Herrschaften die mir in Palmerson den Tipp für diesen Routenabschnitt gegeben gaben, haben wohl die Strecke mit dem Auto abgefahren und konnten nicht im geringsten erahnen wie sich sowas auf dem Rad bei Gegenwind  anfühlt. Am späten Nachmittag endete die Junktion Road und führte endlich zum Forgotten Wordld Highway, der wieder teteert war. Es wurde etwas leichter und auch der Wind ließ zumindest teilweise nach. Meine Vorräte gingen zur Neige und endlich in Whangamomona angekommen, natürlich war da vorher noch ein Pass, waren da ein paar verfallene Häuser und nur das Hotel. Dort war einiges los und es gab ja da, wie schon gewusst,  kein Zimmer mehr.  An der Theke standen Auto- und Motorradtouristen Schlange und ich kaufte mir für 9 Dollar ein 0,4er  Bier, aber das war mir dann auch schon egal. Vor dem Hotel kam ein schwäbischer Tourenradler, der mir vom anderen Teil der Strecke berichtete und auch bestätigte, dass er am Tahorasaddle ein Gebäude gesehen hat, dass ich gebucht haben müsste. Diese 12 Km waren noch anstrengend und beim Eintreffen nach etwa 120 Km und 2400 Hm war meine erste Frage, ob denn ein Abendessen möglich wäre, denn meine Vorräte reichten nicht für heute und morgen. Doch der Herbertswirt erklärte sich, nachdem er meinen Zustand gesehen hatte, bereit noch ein Meal herzurichten. Gott sei Dank ein Bett und was zum Essen! Es war, abgesehen von dem Hotel, über 100 Km keine Möglichkeit was zu kaufen, es sei denn man hätte ein Schaf geschlachtet. Die Aussicht hier ist gigantisch und der Sonnenuntergang war ein Traum. Kein Telefon und Internet gab`s hier und ich war schon ein bisschen überrascht, dass man ohne Onlineanbindung mit meinem Pad so gut wie nichts ausführen konnte, weshalb dieser Bericht auch  einen Tag später geschrieben wurde.